Von Katharina Hönger, BSc, Praxis Orthosport-Ergo, Wien
📝 974 Wörter · 44 Absätze
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Ein gebrochenes Handgelenk gehört zu den häufigsten Verletzungen überhaupt, und gerade wenn Sie über 55 sind, ist es selten „nur" ein Bruch. Studien zeigen, dass ein Handgelenksbruch in diesem Alter oft ein erstes Warnsignal für die allgemeine Knochengesundheit ist. Genau deshalb lohnt es sich, die Reha von Anfang an ernst zu nehmen – nicht als lästige Pflicht nach dem Gips, sondern als zentralen Teil Ihrer Genesung.
Viele Patient*innen berichten auch Monate später noch von Schmerzen oder Einschränkungen. Das muss nicht sein: Wie gut Sie sich erholen, hängt stark davon ab, wie früh und wie gezielt die Handtherapie beginnt.
Ob Ihr Handgelenk im Gips ruhiggestellt oder operiert wurde, hängt von der Stabilität des Bruchs und Ihren individuellen Bedürfnissen ab.
Wichtig zu wissen: Ein Standardprogramm „nach Schema F" bringt oft nicht die besten Ergebnisse. Ihre Reha sollte auf Ihre konkrete Situation zugeschnitten sein – auf Ihr Ausgangsniveau, Ihren Alltag und Ihr persönliches Risiko für Komplikationen.
Manuelle Therapie und gezieltes Training helfen Ihnen, Beweglichkeit zurückzugewinnen und Schmerzen zu lindern, das zeigt sich auch noch viele Monate nach dem Bruch. Ganz entscheidend dabei: Es geht nicht nur um das Handgelenk selbst. Schon während der Zeit im Gips ist es wichtig, dass Ihre Finger, Ihr Daumen und die Muskulatur am Daumenballen beweglich bleiben. So beugen Sie zusätzlichen Versteifungen vor.
Ihre Griffkraft ist einer der wichtigsten Indikatoren dafür, wie gut Sie im Alltag wieder zurecht kommen, ob beim Türklinken drehen, Einkaufstaschen tragen oder Gläser öffnen. Im höheren Alter verlieren Sie Kraft nach einer Verletzung tendenziell schneller. Die gute Nachricht: Kraft lässt sich oft gezielt und sicher wieder aufbauen.
Handtherapie ist mehr als Bewegung und Kraft. Ein gutes Programm umfasst auch:
Schon während der Ruhigstellungsphase (etwa Woche 3–6) kann gezielt etwas für Ihre Genesung gemacht werden, zum Beispiel mit sanften Spannungen und Bewegungen umgebender, nicht betroffener Gelenkte. Die Forschung zeigt bessere Ergebnisse bei Behandlungen, welche schon in der Frühphase beginnen, als bei einem Start erst nach der Gipsabnahme. In vergleichenden Studien verbesserte sich die Griffkraft von Patient*innen mit frühem Trainingsstart spürbar schneller.
Ein Punkt, der Patient*innen oft beruhigt: Sanftes, kontrolliertes Training im Gips, zum Beispiel mit einem weichen Ball, verschiebt den Knochen nicht.
Mit dem Alter reagiert der Körper etwas langsamer auf Heilungsreize, das ist normal und kein Zeichen dafür, dass etwas falsch läuft. Bewegungsmangel kann den Muskelaufbau jedoch zusätzlich verlangsamen.
Was Sie dagegen machen können, ist regelmäßiges, angepasstes Training: Regelmäßige Bewegung wirkt sich positiv auf die Heilung aus und unterstützt den Muskelaufbau. Deshalb lohnt es sich dranzubleiben, auch wenn der Fortschritt sich manchmal langsamer anfühlt, als Sie es sich wünschen.

Bei uns bekommen Sie kein Programm von der Stange. Wir schauen uns an, wo Sie gerade stehen, was Ihnen im Alltag wichtig ist, und bauen Ihre Handtherapie darauf auf, von den ersten Fingerübungen im Gips bis zum gezielten Aufbau von Kraft und Alltagsfunktionen danach.
Dazu gehören für uns auch ganz praktische Dinge: eine klare Anleitung für Ihr Heimübungsprogramm, eine gut sitzende Schiene, wenn nötig, und ein offenes Ohr, wenn Sie unsicher sind, wie viel Belastung gerade okay ist.
Sanftes, kontrolliertes Training, etwa mit einem weichen Ball - verändert nichts an der Knochenheilung. Im Gegenteil: Es hilft Ihren umliegenden Gelenken, beweglich zu bleiben und fördert die Schwellungsreduktion und fördert so die Wundheilung.
Ein gut angeleitetes, auf Sie abgestimmtes Heimprogramm unterstützt Sie in Ihrem Heilungsverlauf. Wichtig ist, dass Sie zu Beginn eine klare, praktische Einschulung bekommen und wissen, worauf Sie achten müssen. Eine regelmäßige Abstimmung mit Ihrem Therapeuten auf Ihren aktuellen Bedarf und Ihre Wundheilung kann zusätzlich Ihren Fortschritt noch individueller gestalten und Komplikationen frühzeitig erkennen oder sogar verhindern. So ergänzen sich Einheiten in der Praxis und das Heimtraining ideal.
Das ist im späteren Erwachsenenalter keine Seltenheit und kein Grund zur Sorge. Der Körper braucht manchmal etwas mehr Zeit für Muskelaufbau und Heilung. Dranbleiben mit einem angepassten, regelmäßigen Training macht langfristig den Unterschied. Gerne sprechen wir persönlich mit Ihnen und schauen uns gezielt die Faktoren an, welche an der Verzögerung schuld sein können.

Jede Genesung verläuft anders, deshalb bauen wir Ihre Reha individuell auf, statt Ihnen ein Standardprogramm überzustülpen. Wenn Sie unsicher sind, wie es bei Ihnen weitergeht, oder einfach eine fundierte Einschätzung möchten: Wir nehmen uns Zeit für Sie.
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